Regina Maria Möller in der Galerie Michael Janssen Berlin

November 16, 2018

Die Ausstellung ‚die Motte’ der Künstlerin Regina Maria Möller läuft noch bis zum 17.11.2018 in der Galerie Michael Janssen. In München geboren, hat sie an den Philosophischen Fakultäten der Ludwig Maximilians Universität studiert. Möller verbrachte viele Stationen ihrer Karriere als Professorin/Gastprofessorin und Künstlerin (seit 1993) im Ausland: in New York, in Stockholm, am NTNU in Trondheim, Singapur und am MIT in Cambridge. Heute lebt sie in Berlin. Mit fortlaufenden zumeist interdisziplinär ausgerichteten Arbeiten wie ‚regina’ oder ‚embodiment’ konzentriert sich Möller auf gesellschaftlich relevante, teils autobiografische Themen. Damit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Alltag.

GoArt! traf Regina Maria Möller zu einem Gespräch.

MB: Regina, wie beginnt Dein Tag?

RMM: Wenn ich in Berlin bin mit Training im SSE – ich schwimme.

MB: In Deiner ersten Ausstellung der Galerie Janssen hast Du das Schaufenster mit einem schweren Samt-Viskose Vorhang verhangen. Beim Betreten des vorderen Galerieraums werden die Betrachtenden dann mit einem Bühne-ähnlichen Set historischer Theatervorhänge konfrontiert. Diese müssen sie durchlaufen, um zu dem von Dir bespielten ‚Requisitenfundus’, dem back space der Galerie mit weiteren Arbeiten von Dir zu gelangen. Eine indirekte Regieanweisung für die Besucher*innen – welche Rolle spielt ‚die Motte’ in dieser Inszenierung?

RMM: Über diesen „Hauptvorhang“ betreten die Besucher*innen quasi die Galerie und werden zu Akteur*innen. Inmitten der „Bühne“ entsteht ein Spiel von Schatten und durch das Bewegen und Verschieben der Vorhänge, wird immer wieder eine neue Perspektive bzw. ein neues Szenenbild eröffnet. Die Dramaturgie und Orientierung kreist –  ähnlich dem Verhalten von Motten, die um das Licht kreisen, aber auch das Dunkle suchen. Ich beziehe mich mit der Motte auf die „Kleidermotte“. Ein unliebsamer Gast in unseren Kleiderschränken, aber ein Qualitätsgarant in digitalen und „Kunst-Stoff“ besessenen Zeiten. Ihre Larven ernähren sich von Keratin, einem Protein, das bei Tieren ein Bestandteil im Fell sowie im Horn ist.  Daher sind Fasern von hoher Qualität, wie Wolle und Seide, ein willkommenes Futter für die Larven.

Mit einem schweren Theatervorhang assoziiert man oft etwas Verstaubtes – in dem sich Tausende von Motten-Larven tummeln. Er wird durchlöchert, zerfressen und wenn er nicht im Theaterfundus aufbewahrt wird, landet er in der „Mottenkiste“. Das Fabelwesen „The Mothman“ steht allegorisch für den Sensenmann. Aber auch die Kleidermotte ermahnt an das Vergängliche – für mich ein memento mori an unsere Sinne und an Material als fassbaren Körper. So kommen auch die Porzellan Vasen mit Motten-Motiv ins Spiel, die ich zum einen mit Uli Aigner One Million und zum anderen mit der Porzellan Manufaktur Nymphenburg produzierte. Das Kunsthandwerk der Porzellanmalerei /-produktion hat in unserer technologischen Zeit einen neuen Stellenwert eingenommen. Daher liebe ich umso mehr ihre Feinheit und das Unperfekte. Porzellan hat einen Charakter. Es hat, wie so viele Materialien mit denen ich arbeite, einen eigensinnigen Willen – ein Leben –  das für Überraschungen sorgt. So auch die Motte.

MB: Du kommst ursprünglich aus der Theorie, hast unter anderem Kunstgeschichte studiert. Seit 1994 trittst Du aber auch künstlerisch in Erscheinung. Z.B. mit der Zeitschrift ‚regina’ sowie dem Label ‚embodiment’, für das Du Kleidung, Tapeten und Möbel als Kunstwerke entwirfst. Auffällig sind all die biografischen Komponenten. Man betrachte etwa ‚Reproduktionen’ oder anderen Fotoarbeiten, gar die als Requisiten entwickelten Kleider. Siehst Du Deine Arbeiten im Sinne eines künstlerischen Selbstporträts?

RMM: Ich sehe mich nicht als ein Kunstobjekt und inszeniere mich nicht als Kunstwerk. Aber als Autorin und Künstlerin stehe ich zu und als Verantwortliche hinter meinen Arbeiten. Insofern hinterlässt jedes Werk einen Abdruck, ein Abbild von mir. Die Frage nach Identität(en), wie sie sich im Alltag, interkulturell und medial zum Beispiel über „Bekleidung“ (Kleidung, Textilien, Interieur) definieren, aber auch Rollenbilder zugeschrieben und durchbrochen werden, sind Themen von „regina“ und „embodiment“. Heute – im schnelllebigen, digitalen Zeitalter – legen sich Personen mehrere Identitäten zu und Biographien. Damit sind sie zum Spiegelbild einer „Ausstellungsgesellschaft“ geworden.  „regina“, „embodiment“ wie auch „Reproduktion“ reichen in ihren Anfängen in die  90er Jahre zurück. Da gab es noch ganz andere Umstände von Identitätsfragen als heute. Heute haben sie eine neue Aktualität – ihre „körperliche“ (embodiment) und „analoge“ (regina) Anwesenheit.

MB: Gegenstände, die Protagonisten aus dem Kulturleben wachrufen wie etwa der Brecht’sche Vorhang in der Ausstellung, eine Zeitreise durch unterschiedliche Epochen sowie Genre – ist die Motte Synonym für den Forscher- und Künstlergeist, gar für Dich und Deinen interdisziplinären Arbeitsstil?

RMM: Nein. Aber sie ist ein Teil davon.

MB: Ein Thema, das mich besonders reizt, ich aber auch in der eher kritisch konzipierten ‚Frauenzeitschrift’ regina entdecke, ist die gesellschaftliche Bedeutung von Essen, Ernährung. Das geht bis hin zu Rezepten. Welche Bedeutung hat Essen/Kochen für Dich persönlich, in Deinem künstlerischen Kontext?

RMM: Daniel Spoerri hat mich mit „Eat Art“ früh gelehrt wie eng Kunst und das Kochen zusammenhängen. Die Küche ist der Ort für Begegnungen. Über das gemeinsame Kochen und Essen entsteht ein „natürlicher“ Austausch zwischen verschiedenen Kulturen. Ich selbst koche sehr gerne und das Kochen und Kosten genieße ich auch als ein entspanntes Nachdenken. Ich erfreue mich an liebevoll gedeckten Tischen –  schlichte und prachtvolle – aber immer liebevoll müssen sie sein. Und dann gibt es ja auch noch von König Ludwig II – dem Märchenkönig von Bayern – das sagenhafte Tischlein deck dich!

MB: Rezeptidee?

RMM: Unsere Sinne und Sensoren trainieren.

Berlin Art Week 2018

October 5, 2018

Die Berliner Kunstszene startet in den Herbst. Vom 26.-30.9. bot die Berlin Art Week 2018 ein umfangreiches Programm etablierter und aufstrebender Künstlerinnen und Künstler. Mehr denn je lockte sie zahlreiche internationale Besucher in Ausstellungen Berliner Institutionen, privater Sammlungen, Galerien und Projekträume zeitgenössischer Kunst.

So ist ‚Open House for Open Minds‘ das Motto der Deutschen Bank Kunsthalle im neu eröffneten Palais Populaire im ehemaligen Prinzessinnenpalais Unter den Linden. Auch die kürzlich benannte Leiterin des Martin-Gropius-Bau Stephanie Rosenthal gab bereits im Frühjahr bekannt, das Programm verstärkt zeitgenössischen, auch experimentellen Tendenzen zu widmen. Zufolge ist mit der Ausstellung „Crash“ dort die erste Solo Show der in Südkorea geborenen Künstlerin Lee Bul in Deutschland zu sehen (bis 13. Januar 2019). In „Crash“ zeigt sie Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und raumgreifende Installationen.

Weitere Schwer- und Höhepunkte der Berlin Art Week sind die EMOP – Eröffnung (European Month of Photography) im C/O Berlin und Agnieszka Polska im Hamburger Bahnhof.

Vor Allem die art berlin und Positions Berlin sind Dreh- und Angelpunkt der Berlin Art Week 2018. Neuerdings zeigten beide Messen ihre Galerien  in den Hangars des ehemaligen Flughafengebäudes Tempelhof.

GoArt! zeigt einen kleinen Ausschnitt seines Berlin Art Week Hoppings mit Kunden. Was uns gefiel: zunehmend Keramik- und Glasarbeiten in der bildenden Kunst. Einer der seit über 25 Jahren mit dieser Gattung arbeitende Galeristen ist Trendsetter Geer Pouls. Er war mit Brutto Gusto Fine Arts zum ersten Mal auf der art berlin vertreten. 

GoArt! Berlin art consulting 

 

Paloma Proudfoot @Soy Capitán, Art Berlin

Carole Feuerman @Galerie Hübner+Hübner, Positions Berlin

Ashley Scott & H.M. Davringhausen @White Square Gallery, Positions Berlin

Brutto Gusto Fine Arts, Art Berlin

Julius Weiland @Lorch+Seidel Contemporary, Positions Berlin

Jelena Bulajic's Arbeit spiegelt sich im Werk von Tarik Kiswanson @carliergebauer, Art Berlin

Šejla Kameriç @Galerie Tanja Wagner, Art Berlin

Karin Sander @Esther Schipper, Art Berlin

Eva & Adele vor dem Stand der Galerie Neu mit Arbeiten von M.C. Chaimowicz, Art Berlin

Christian Hoosen @Tore Süssbier, Art Berlin

Zilla Leutenberger @Palais Populaire

Alicja Kwade @Galerie König

Alexander Golder @Fuchs Galerie

Matthew Brandt @C/O Berlin

Studio Visit mit Klaus Killisch

Klaus Killisch
September 4, 2018

GoArt! studio visit bei Klaus Killisch

Das Gemälde “Mann vor Mauer“ von Künstler Klaus Killisch aus dem Jahr 1988 ist noch bis zum 28.10.2018 in der Sonderausstellung „Die Schönheit der großen Stadt“ im Ephraim Palais zu sehen, die 120 hochkarätige Werke von Künstlern zeigt, die die urbanen und sozialen Strukturen der Stadt Berlin im 19. und 20. Jahrhundert repräsentieren. Der in der DDR geborene Künstler Klaus Killisch lebt seit 1972 in Berlin und hat in den 80er Jahren an der Kunsthochschule Weißensee zunächst Industriedesign und dann Malerei studiert. Expressionismus, die Bauhaus Idee, Pop und Punk, Bands wie die Einstürzenden Neubauten oder Nick Cave haben seinen Stil von Beginn an beeinflusst, der sich in einer sehr eigenen faszinierenden Art der Collage-Malerei ausdrückt. Musik als Klang oder als Material – Vinyl, Plattencover oder Porträts seiner Ikonen sind häufig Bestandteile der Gemälde.

Miriam Bers traf den Klaus Killisch zu einem Gespräch in seinem Atelier:

Miriam Bers: Du erzählst, dass die Stilikonen der 80er auch in Weißensee im ehemaligen Ostteil der Stadt Einzug hielten. Das ist zunächst schwer vorstellbar für Jemanden, der das nicht miterlebt hat. Wie ließ sich Punk und DDR vereinen? Wie kam es, dass sie Deine Arbeiten so maßgeblich prägten?

Klaus Killisch: In den 1980er Jahren ging es mir darum gute Musik zu hören und dazu Bilder zu malen: zum Beispiel Nick Cave & the Bad Seeds und Einstürzenden Neubauten waren inspirierend. Diese und andere Musik spiegelten gut unser Lebensgefühl wieder. Im Atelier war das wie Treibstoff, der mich beim Malen in Trance versetzte und antrieb. Das ist bis heute so geblieben. Sehr viel später erst habe ich erkannt, wie viel Zeitgeist in meinen Bildern steckt. Sehr sichtbar ist es bei “Seele brennt“ oder “Teutonisches Bild“ auf dem ein Wolfsmensch quasi aus dem Bildraum aufsteigt.

MB: Du erwähnst eine für Dich und weitere Künstler so bedeutende Gruppe um die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß, die in den 90ern auch eine Galerie in Berlin Mitte hatte.

KK: Die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß war in den 80er Jahren Wohnzimmer  und Treffpunkt der subversiven Künstlerszene Ostberlins im Prenzlauer Berg. Künstler wie Cornelia Schleime, Wolfram Scheffler oder Angela Hampel haben dort Keramik bemalt. Als ich Wilfriede kennenlernte waren viele der Künstler schon im Westen. Dieser Exodus war ein Verlust, aber es entstanden wiederum auch Freiräume für uns, da weiter zu machen. Mit Wilfriede, Sabine Herrmann und Petra Schramm gründeten wir eine der ersten Produzentengalerien im Osten. Wir luden Künstler ein, in der Werkstatt zu arbeiten. Die entstandenen Keramiken und Objekte wurden dann in Korrespondenz mit den eigentlichen Kunstwerken ausgestellt. Für meine Ausstellung hatte ich in der Galerie blaue Wandbilder entworfen und davor die Keramiken inszeniert. Das sah ziemlich cool aus.In den 90er Jahren zogen wir dann mit der Galerie in die Gipsstraße. Wir waren quasi einer der Vorreiter für den später einsetzenden Kunstboom in Mitte. Ein Höhepunkt war die Ausstellung “Sake Bar“. Die Idee hatte Mikael Eriksson. In einer nachempfundenen Sake Bar konnte man sitzen und aus den bemalten Gefäßen trinken und diese auch kaufen. Neo Rauch, Carsten Nikolai und viele andere haben dafür Geschirr bemalt.

MB: Wie hat sich Dein künstlerisches Schaffen in den 90ern und bis heute entwickelt, im Brennpunkt Berlin? Hattest Du gleich Kontakte ins Ausland? Ich weiß dass Du 2004 die Gruppe “Collective Task“ gegründet hast, eine Art Mail Art mit einer Dichterszene in New York. Wie gestaltet sich das, welche Idee liegt der kollektiven Zusammenarbeit zu Grunde?

KK: Als die Mauer durch unsere friedliche Revolution fiel, war das für mich ein Glücksfall. Ich wurde zur Biennale in Venedig eingeladen. Meine expressiven Bilder waren Teil der Ausstellung Berlin! im Italienischen Pavillon. Das war aufregend und neu. Mit Hilfe von Stipendien und Ausstellungen reiste ich oft ins Ausland und blieb längere Zeit auch in Japan. Dann lernte ich den amerikanischen Dichter Robert Fitterman kennen. Mit ihm verbindet mich bis heute eine enge Freundschaft. Er hatte auch die Idee zu Collective Task. Wir beide organisieren CT inzwischen seit 10 Jahren. Die Idee ist relativ simpel: jeden Monat stellt ein Künstler oder eine Künstlerinaus der Gruppe eine Aufgabe, auf die alle anderen frei mit künstlerischen Mitteln antworten. Die Ergebnisse kann man auf unsere Website sehen und die Vielfalt erspüren, die der Künstlergruppe entspringt. 2012 wurden wir vom MoMA in New York eingeladen, CT zu präsentiert. Das war sehr aufregend.

In meiner künstlerischen Arbeit bin ich offen für Anregungen von Außen. So fragte mich vor einigen Jahren Sangare Siemsen, ob ich für seine Bar ambulance ein Deckenbild gestalten möchte mit seinen LPs, die er Anfang der 90er aufgelegt hatte. Aus diesem Auftrag entbrannte eine Leidenschaft für das Material Vinyl. Ich begann mit Acryllacken und gerasterten Motiven aus der Werbung zu experimentieren und entwickelte daraus meine Collagen-Malerei. In der Musik gibt es das Sampling und so ähnlich verstehe ich auch meine Kunst, als ein Zusammenbringen von Versatzstücken aus Alltagskultur, Clubszene, Trash und Malerei. Die Bar gibt es leider nicht mehr. Das Deckenbild wurde abgedeckt. Man könnte es irgendwann wieder freilegen.

MB: Was zeigst Du in Deiner kommenden Einzelausstellung “Endless Rhythm“ in Chemnitz? Wo und ab wann ist sie zu sehen?

KK: Die Ausstellung wird in der Galerie Weltecho ab dem 20. Oktober zu sehen sein. Ich freue mich schon darauf in diesem tollen Raum mit seinen fünf Meter hohen Wänden auch ein Wandbild realisieren zu können.

MB: Welcher ist Dein Lieblingsort in Berlin?

KK: Mein Atelier.

MB: Welcher ist Dein Sehnsuchtsort?

KK: Parpan, ein kleiner Ort in Graubünden.

MB: Wie endet Dein Tag? Selber Kochen oder Essen gehen?

KK: Beides. Aber zu Hausen kochen und mit der Familie essen ist am Schönsten.

MB: Rezeptidee?

KK: Mein Kinder wünschen sich von mir oft Eierkuchen. Die gelingen mir auch meist hauchdünn. Es gibt da unendlich viele Varianten sie zu belegen mit Lachs, Pilzen, Salat oder Süßem.

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Foto Credit: Klaus Killisch

GoArt! Berlin Kunstberatung

 

 

Klaus Killisch
Klaus Killisch
Klaus Killisch
Klaus Killisch
Klaus Killisch

World Press Photo 18 Berlin

World Press Photo
June 12, 2018

Der World Press Photo Award 2017 geht an den Fotografen Ronaldo Schemidt. Er fotografierte während der Proteste gegen die venezolanische Regierung José Víctor Salazar Balza (28), der von Flammen erfasst wurde als der Tank eines Motorrades explodierte. Balza überlebte mit schweren Brandwunden.

Der jährliche WORLD PRESS PHOTO Award ist der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Pressefotografie. Die Mission der World Press Photo Foundation ist seit 1955 „hohe professionelle Standards im Fotojournalismus aufrechtzuerhalten und für einen freien und uneingeschränkten Informationsaustausch einzutreten“.

Insgesamt beteiligten sich mehr als 4500 Fotografen mit über 73.000 Fotos an dem Wettbewerb. Alle ausgezeichneten Fotos werden in einer Ausstellung gezeigt, die in 45 Ländern zu sehen sein wird. Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus, Gruner+Jahr und die Magazine Stern und Geo präsentieren die World Press Photo Ausstellung zum 15. Mal im Willy-Brandt-Haus.

Quelle: Pressemitteilung World Press Photo 18

Ausstellung vom 8. Juni bis 1. Juli 2018, Willy-Brandt-Haus Berlin

World Press Photo 18

Installationsansicht

World Photo Press 18

Installationsansicht

World Photo Press 18

Installationsansicht

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Langfristige Projekte, 1. Preis Carla Kogelman Niederlande Ich bin Waldviertel 19. Juli 2012 - 29. August 2017 >Die Geschwister Hannah und Alena leben in Merkenbrechts, einem Bioenergiedorf von etwa 170 Einwohnern im Waldviertel, einem ländlichen abgelegenen Gebiet Österreichs nahe der tschechischen Grenze.

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Carla Kogelman, Hannah und Alena, 2017

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Umwelt, 1. Preis, Fotoserien, Kadir van Lohuizen Niederlande, NOOR Images, 23. Februar 2016 - 9. Juli 2017 > Die Menschheit droht im Abfall zu ersticken. Nach Angaben der Weltbank erzeigen wir weltweit 3,5 Millionen Tonnen Festmüll täglich-zehnmal so viel wie vor hundert Jahren. Diese Fotos der Abfallentsorgung in Großstädten in der ganzen Welt zeigen, wie verschiedene Gesellschaften ihr Müllproblem lösen-oder eben nicht.

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Kader van Lohuizen, Im Stadtzentrum von Amsterdam, Niederlande, wird Müll abgeholt.

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Umwelt, 3. Preis Einzelfotos, Thomas P. Peschak Deutschland, 1. März 2017 > Diese historische Aufnahme einer Brillenpinguinkolonie vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt, wie stark die Population, einst mehr als 100.000 Tiere groß, bis heute geschrumpft ist. Fotografiert wurde derselbe Ort auf der Insel Halifax, Namibia.

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Langfristige Projekte, 2. Preis , Fausto Podavini, Italien, Der Omo-Fluss im Wandel, 24.Juli 2011 - 24. November 2017 > Der Gibe III-Staudamm im Omo-Fluss in Äthiopien hat nicht nur Auswirkungen für die Bewohner des Omo-Tals, sondern auch die Anwohner des Turkana-Sees in Kenia (in den der Oma einmündet). In diesem Tal leben Menschen acht verschiedener Ethnizitäten in einem empfindlichen Gleichgewicht mit der Umwelt.

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Fausto Podavini, Mursi-Frauen, denen Touristen BHs geschenkt haben, kehren in ihr Dorf zurück, nachdem sie Brunnenwasser geholt haben.

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Ein Mann der ethnischen Mursi-Gruppe bereitet sich auf einen traditionellen Stockkampf gegen ein Nachbardorf vor.

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Menschen, 2. Preis Fotoserien , Anna Bonyiazis, USA 17. Oktober - 29. Dezember 2016 > Traditionell dürfen Mädchen auf dem Sansibar-Archipel aus den Vorschriften der konservativen islamischen Kultur und aus Gründen der fehlenden, bedeckenden Badekleidung nicht schwimmen lernen.

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Anna Boyiazis, Den Schülern der Kijini-Grundschule wird das Schwimmen und Durchführen von Rettungsmaßnahmen beigebracht.

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Anna Boyiazis, Schwimmlehrerin Chema (17) taucht unter und schnipst über Wasser mit den Fingern, im Meer nahe dem Dorf Nungwi.

Food Revolution 5.0

Food Revolution
May 18, 2018

Im Kunstgewerbemuseum in Berlin hat am 18.05.2018 die Ausstellung Food Revolution 5.0, kuratiert von Dr. Claudia Banz, der neuen Kuratorin für Design am Museum, eröffnet. Themen wie das Essen in der Zukunft, schwindende Ressourcen oder Klimawandel machen Nahrung zu einem brisanten politischen Thema. Welche Szenarien entwickeln Künstler zum Essen von Morgen? Miriam Bers sprach mit der Kuratorin.

MB: Food Revolution 5.0 war bereits 2017 in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Dort haben die teilnehmenden Künstler Auftragsarbeiten für die Ausstellung entworfen. Zeigen Sie dieselben Werke in Berlin?

CB: Ja, wir zeigen mit ein paar Ausnahmen dieselben Arbeiten, konnten die Ausstellung in Berlin aber noch um einige wichtige neue Beiträge erweitern. Denn auch eine Ausstellung ist ja ein offener Prozess. In Berlin gehen wir viel stärker in den Außenraum: auf der Piazzetta entsteht eine „Urbane Streuobstwiese“, ein Projekt des niederländischen Stadtplaners und Designers Ton Matton. Auf einer bislang ungenutzten Terrasse des Museums realisiert die Planwerkstatt der TU Berlin in Kooperation mit der Landschaftsarchitektin Katrin Bohn einen „Essbaren Garten“. Die Künstlerin Silke Riechert hat speziell für die Ausstellung die partizipative Installation „Störung im Schlaraffenland“ entwickelt; hier geht es u.a. um eine kritische Auseinandersetzung mit der Lebensmittelindustrie und die Vermittlung von Ernährungswissen für Schulkinder. Susanna Soares und Andrew Forkes zeigen ihr Projekt „Insects au Gratin“, mit dem sie zukünftige Nahrungsmittel im Kontext von Insekten, Nährstoffen und 3D-Druck erforschen. Chmara.rosinke sind mit ihrem Projekt „Mobile Gastfreundschaft dabei und The Center for Genomic Gastronomy stellen ihr aktuelles Projekt „To flavour our teares“ vor.

MB: Food ist ein zunehmend wichtiges und in unserer westlichen Welt ein absolutes Lifestyle-Thema: so hat es viele spannende gesellschaftliche und ästhetische Komponenten, gesundheitliche Aspekte, dann wiederum ökologische und politische Bedeutung und ihre traurige Kehrseite: Essensknappheit, das Verschwinden von Ressourcen und Hungersnot. Der Österreicher Klaus Pichler beispielsweise thematisiert auf ästhetische Weise  Lebensmittel im Überfluss,. Laut Statistik wird ein Drittel der weltweiten Nahrung weggeworfen. Das meiste davon in industrialisierten Ländern. Demgegenüber sind 925 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Was ist die Message der Ausstellung, weist sie Alternativen auf?

CB: Ja, die Thematik spielt natürlich eine zentrale Rolle in der bereits erwähnten Arbeit Pichler oder in den Arbeiten von Kosuke Araki, der Essgeschirr aus Lebensmittelabfällen entwirft und damit darauf hinweist, dass es sich hierbei um einen wertvollen Rohstoff handelt. Ganz wichtig ist natürlich unser Konsumverhalten, und dass wir einen respektvollen Umgang mit unseren Ressourcen pflegen sollten. Dass also Konsum eine Frage von Haltung und Verantwortung ist, das zieht sich als Subtext durch die meisten der ausgestellten Werke.

MB: Worauf spielen Sie mit dem Titel Food Revolution 5.0 an? Wie ist ihre Vision von zukünftiger Nahrung?

CB: Der Titel Food Revolution ergab sich aus Recherchen im Vorfeld der Ausstellung: Es ist inzwischen, glaube ich, in der Mitte der Gesellschaft angekommen, dass unser Ernährungssystem zu einem der Hauptverursacher des Klimawandels gehört und daher einer radikalen Änderung bedarf. Das 5.0 steht dafür, dass wir die neuen Technologien sinnvoll einsetzen sollten, indem wir sie mit den alten Kulturtechniken der Landwirtschaft und dem alten handwerklichen Wissen um das Selbermachen, Konserverieren und weitere Spezifika bäuerlicher Produktion verbinden. 5.0 steht aber auch für Degrowth und für die Idee der Commons. Die Ressourcen dieser Erde gehören allen Menschen und nicht nur wenigen Konzernen. Dementsprechend sollten auch alle Menschen den gleichen Zugang dazu haben.

MB: Sind die von den ausstellenden Designern entwickelten Szenarien anwendbar oder vielmehr Reflexionen und Utopien zukünftiger Nahrung/Ernährung?

CB:  Wir zeigen sowohl Best-Practice-Beispiele wie eine Indoor-Farm, in der Salat wächst, oder einen mobilen Beehive für den urbanen Raum von The Beecollective. Zu sehen ist auch ein Tomatenfisch-Projekt, das nach dem Prinzip des Aquaponik funktioniert sowie eine Algenfarm für die Gebäudefassade. Es gibt aber auch spekulative Arbeiten wie von Martí Guixé, der mit „Digital Food“ eine maßgeschneiderte Ernährung aus dem 3D-Drucker visioniert. Johanna Schmeer wiederum erforscht in ihrem Projekt „Bioplastic Phantastic“ die Möglichkeiten, bio- und nanotechnologische Erkenntnisse für die zukünftige Nahrungsproduktion zu nutzen.

MB: Verraten Sie uns etwas über die Entwürfe Werner Aisslingers oder Marije Vogelzangs, und was hat es mit dem Sharing Dinner auf sich?

CB: Werner Aisslinger hat speziell für unsere Food-Ausstellung eine communal cooking landscape entworfen. Es ist ein Hybrid aus archetypischer Kochstelle, Arena oder Sitztreppe, die eine Symbiose aus analogem Kochen und der sozialen Nachhaltigkeit des gemeinschaftlichen Zubereitens, Kochen, Essens und Unterhaltens darstellt. Marije Vogelzang präsentiert mit ihrer ebenfalls für die Food-Ausstellung entwickelten Arbeit „Volumes“ eine Möglichkeit, unser Essverhalten positiv zu verändern.

MB: Berlin ist gutes Beispiel für eine Stadt, deren Kreative sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Erfolgreiche Urban Gardening Projekte, eine zunehmende Zahl an Restaurants und Köchen, die vor allem lokale Zutaten verarbeitet, Bio-Supermärkte, die Berliner Tafel, die Essensreste an Bedürftige verteilt und last but not least inhouse farming/vertical planting: wie betrachten Sie diese Entwicklung, haben wir eine Vorreiterrolle?

CB: Ich glaube unbedingt, dass Berlin eine Vorreiterrolle besitzt, es gibt eine unglaubliche Dichte von ganz unterschiedlichen Akteuren, die sich mit der Food-Thematik auseinandersetzen, auch eine interessante Start up Szene für innovative nachhaltige Nahrungsprodukte und die sinnvolle Distribution von Nahrung. Berlin ist auch die erste Stadt, in der nach angelsächsichem Vorbild ein Ernährungsrat gegründet wurde. Das ist wichtig, um die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger in Hinblick auf eine transparente und soziale Nahrungsproduktion auch in die Politik hineinzutragen. Es gibt auch im Kunst- und Designbereich viele spannende Projekte, die von einem internationalen Publikum gesehen werden; die Berlin Kunst- und Designuniversitäten setzten sich mit der Thematik auseinander.

 MB: Kochen Sie gerne, welches sind Ihre Kriterien?

CB: Ich koche sehr gerne und achte mittlerweile noch stärker darauf, woher die Produkte kommen. Die regionale oder lokale Produktion ist mir sehr wichtig. Auch gehe ich lieber öfters einkaufen, um dadurch meine Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Sehr schade finde ich es, dass selbst in den Biomärkten oft genauso viel Verpackung verwendet wird. Daher würde ich mir wünschen, dass es mehr Unverpackt-Läden gibt.

MB: Eine Rezeptidee?

Es gibt inzwischen ja auch Kochbücher für Insekten, u.a. von der Schweizer Designerin Andrea Staudacher, die auch in der Ausstellung vertreten ist. Mit Insekten als Nahrungsmittel würde ich mich zukünftig gerne mehr beschäftigen und verschiedene Rezepte mal ausprobieren, jetzt, da Insekten ja auch in der EU offiziell als Nahrungsmittel zugelassen sind.

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Food Revolution 5.0
Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen

18.05.2018 bis 30.09.2018 

GoArt! Food Touren

Food Revolution

Johanna Schmeer, Bioplastic Fantastic, 2014, © Johanna Schmeer

Food Revolution

Officina Corpuscoli - Maurizio Montalti, System Synthetics, seit 2011, © Maurizio Montalti

Food Revolution

Klaus Pichler, Erdbeeren, aus der Fotoserie „One third“, 2010-2012, © Klaus Pichler

Food Revolution

Chloé Rutzerveld, Edible Growth, 2014, © Chloé Rutzerveld, Foto: Bart van Overbeeke

Food Revolution

Fraunhofer UMSICHTinFARMING, 2017© Fraunhofer Umsicht 2017

Food Revolution

Austin Stewart, Second Livestock, 2014, © Austin Stewart

Food Revolution

Marije Vogelzang, Volumes, 2017, © Marije Vogelzang

Das Gallery Weekend Berlin in Bildern

GoArt! Berlin
April 30, 2018

Anlässlich des 14. Gallery Weekends, dem Frühlingsauftakt des Berliner Kunstjahres 2018, eröffnen hunderte von Galerien in der ganzen Stadt ihre Shows, die als Höhepunkt der Saison gelten und bis in den Juli hinein die Besucher begeistern werden.In etablierten und weniger bekannten Gegenden von Mitte über Kreuzberg bis Charlottenburg bespielen Galerien die ganze Stadt. GoArt! ist auf Streifzug durch Berlin gegangen und hat eine Auswahl der schönsten Gallery Weekend Ausstellungen zusammengestellt.

Galerie Max Hetzler, Goethestraße Charlottenburg

Solo Show: Loris Gréaud – Lady Rogeurs, Sir Loudrage, a still life

Max Hetzer

Contemporary Fine Arts, Charlottenburg

Solo Show: Raymond Petition – … no hugs coming

CFA
CFA

Camera Work, Charlottenburg

Solo Show: Vincent Peters

Camera Work
Camera Work

Galerie Tore Süßbier, Charlottenburg

Solo Show: Christian Hosen – Konkreter wird’s nicht

Tore Süßbier
Tore Süßbier

XC. HuA Gallery, Schöneberg

Duo Show: Fred. H.C. Liang and Tomas Vu’s – Silver Lining

xchua

Blain Southern, Schöneberg

Solo Show: Frank Thiel – Quinceañeras

Solo Show: Liliane Tomasko – a dream of

Blain Southern
Blain Southern

Jürg Judin, Schöneberg

Solo Show: Edouard Baribeaud – An Old Story for Our Modern Times

Judin

Paper Positions, Mitte

Group Show

Paper Positions

ngorongoro – Artist Weekend, Weißensee

Group Show: Christian Achenbach, Tim Noble and Sue Webster, Anselm Reyle

Achenbach
Reyle
Tim Noble and Sue Webster

Fotos: GoArt!

Frank Thiel Show: Foto Blain Southern

Paper Positions: Foto Paper Positions

Berliner Modedesignerin Isabel Vollrath im Gespräch

April 12, 2018

Isabel Vollrath ist eine deutsche Modedesignerin, die sich an der Schnittstelle moderner Couture und bildender Kunst angesiedelt hat. Sie wurde 1980 in Freiburg geboren, lernte zunächst klassisches Herrenschneiderhandwerk in Baden-Baden und studierte anschließend Mode an der renommierten Kunsthochschule in Berlin-Weissensee. Für Isabel Vollrath sind Kleidungsstücke dreidimensionale Zeichnungen, Collagen, Objekte der „Bildhauerei“, sozialkritische/ politische Statements und/oder „kulturelle Reiseberichte“. Mit einer außergewöhnlichen Materialwahl und wertigen Details setzt die Berliner Modedesignerin, sich im Spannungsfeld von Mode und Kunst bewegend, Akzente mit Wiedererkennungswert. Mittels historisierender als auch avantgardistischer, skulptural-futuristischer Stilelemente, einer kontrastreichen, abstrakten, zugleich figurbetonten Schnittführung entstehen raumgreifende, ausdrucksstarke Silhouetten, die integrativ am menschlichen, sich bewegenden Körper bzw. als hängende, stehende, liegende „Schalen“ im Raum fungieren.

Isabel Vollrath erhielt bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, unter anderem den Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung, das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin, sowie den „Baltic Fashion Award“ (2011) und einen Award beim “ITS Contest” in Triest/Italien (2012). 2015 gründete sie ihr Label I’ VR ISABEL VOLLRATH. Ihre Kollektionen zeigt sie seither halbjährlich im Rahmen der Berlin Fashion Week bzw. des Berliner Salons/Vogue Salons im Kronprinzenpalais. Miriam Bers traf die Berliner Modedesignerin zum Interview.

MB: Wie beginnt der Tag einer Berliner Modedesignerin?

IV: Wechseldusche, Kaffee. Dann aufs Rad zu Frühyoga oder Balletttraining. Anschließend geht’s ins Atelier.

MB: Warum eine skulpturale Designsprache?

IV: Eigentlich wollte ich nach dem Abitur Freie Kunst studieren und Bildhauerin werden. Gleichzeitig war da diese Passion für die Mode und das Schneiderhandwerk. So entschied ich mich für drei Lehrjahre bei Herrenmaßschneider Gerhard Schmauder in Baden-Baden und lernte, aus Stoff eine “zweite Haut” für den Mann zu entwickeln. Im Grunde war das auch eine Art “Sculpting” und unverzichtbares Fundament für mein anschließendes Modestudium. In Berlin bin ich wahrscheinlich eine der wenigen DesignerInnen, die noch die komplette Musterkollektion selbst anfertigt. Ich verknüpfe dabei meine “Bildhauertätigkeit” mit dem technischen Know-how der Schneiderei und einem enorm hohen Anspruch an Präzision, betrachte mit dem Auge eines Künstlers und habe dennoch das nötige Maß an Funktionalität im Hinterkopf. Ich habe die Vision, kenne aber auch die Problemstellungen der Umsetzung. Im Arbeitsprozess selbst habe ich die Aussage, ein Statement im Visier, eine Geschichte, eine Emotion – weniger aber das Ziel, Konsumenten des Massenmarktes anzusprechen.

Den Großteil meiner Kollektionsstücke könnte man auch als Kunstobjekt an einen Nagel oder in einem Bilderrahmen an die Wand hängen statt in den Kleiderschrank. Sie funktionieren sowohl als Körper- als auch als Raumobjekt. Meine Kollektionen werden immer Limited Edition bleiben. Nur so kann ich mir selbst treu bleiben und sowohl Mode als auch Kunst betreiben. Bevor ich an Eleganz denke, “tobe” ich mich aus. Im Experiment, in Formen, im Spiel mit Material und Schnitt. Mit der Neugier eines Kindes und dem “Flow” meiner Hände.

MB: Ihr Oeuvre in drei Sätzen zusammengefasst:

IV: Ich bevorzuge 3 Worte: Eigenwillig.  Authentisch. Kompromisslos.

MB: Welche Designer inspirieren Sie?

IV: Es gibt DesignerInnen/Marken, der Vergangenheit und Gegenwart, die ich sehr verehre, deren Lebenswerk und Kreationen ich sehr schätze. Zum Beispiel die einer Coco Chanel, Vivienne Westwood, Rei Kawakubo, oder Iris van Herpen und die eines Yves Saint Laurent, Alexander McQueen oder Hussein Chalayan. Ich mag einen starken visuellen Ausdruck, Mut zu außergewöhnlichen Formen, Farben, Materialien und eine eigene Signatur mit Wiedererkennungswert.

MB: Welche Ausstellung haben Sie zuletzt gesehen?

IV: Tatsächlich bin ich recht viel auf Vernissagen unterwegs.

Daher überlege ich gerade, welche Ausstellungen mich in den letzten Monaten besonders begeistert haben. Ist zwar schon eine Weile her, aber spontan „Jonas Burgert: Zeitlaich“ bei Blainsouthern und „Cornelia Schleime: Full House“ bei Michael Schultz. Und natürlich auch die Biennale in Venedig letztes Jahr. Sehr gespannt bin ich auf das in Kürze stattfindende Gallery Weekend.

MB: Welche Schriftsteller inspirieren Sie?

IV: Alte Meister wie Goethe.

MB: Welcher ist Ihr Lieblingsort in Berlin?

IB: In Wassernähe im Grünen.  Oder eine Terrasse mit Weitblick über die Berliner Dächer. Oder eine nette Weinbar um die Ecke. Den EINEN gibt es eigentlich nicht.

MB: Ihr Sehnsuchtsort?

IV: Italien. Venedig. Das Meer.

MB: Wie endet der Tag einer Berliner Modesignerin? Selber Kochen oder Essen gehen?

IV: Ausgiebig kochen – das eher, wenn ich Gäste empfange. Wenn ich alleine bin, gibt es einen bunten Salat und ein Glas Weißwein. Oder aber ich verabrede mich zum Apero draußen.

MB: Rezeptidee?

IV: Für Gäste immer gerne „Antipasto misto“. Buntes Gemüse wie Zucchini, Fenchel, Kürbis, Paprika, Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen – mit Ziegenrahm und Olivenöl. Dazu Salatbeilage: Radicchio, Chicoree, Feldsalat – mit Tomaten, Gurke, angeröstetem Sesam und Granatapfel.

Falls gewünscht: Wildlachs mit Zitronen-Honig-Sauce und Wildreis in Kokosmilch.

MB: Wann und wo kann man Ihre nächste Kollektion sehen?

IV: Die Modewoche für für Spring/Summer 2019 startet Anfang Juli. Die genauen Daten meines Defilés stehen noch nicht fest, sind aber in Planung und werden zeitnah im Kalender der Berlin Fashion Week bzw. des Berliner Salons bekanntgegeben.

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Fotos: Titelbild Det Nissen, 1/3  Thomas Thernes, 4 Katy Otto, 2 Philipp Wolfart

 

Sigrid Neubert – Moderne Architektur in der Fotografie

March 28, 2018

Sigrid Neubert (*1927) gehört zu den bekanntesten Architekturfotografinnen Deutschlands. In den vergangenen sechs Jahrzehnten produzierte sie ästhetische Aufnahmen moderner Bauwerke und Stadtlandschaften. Später widmete sich Neubert auch der Naturfotografie und schuf mitunter poetische, teils mystisch anmutende Bildwelten. Eine Auswahl an Arbeiten von Sigrid Neubert wird aktuell im Rahmen einer Sonderausstellung im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert. Die Ausstellung läuft bis zum 03. Juni 2018.

Miriam Bers sprach mit den beiden Kuratoren der Ausstellung, dem Leiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek Dr. Ludger Derenthal sowie dem Architekten und Kunsthistoriker Dr. Frank Seehausen.

MB: Herr Derenthal, nach welchen Kriterien erstellen Sie Ihr Programm?

LD: Wir zeigen im Museum für Fotografie die ganze Geschichte dieses so wichtigen Bildmediums von den Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, oft in Themenausstellungen, oft aus den Beständen unserer Sammlung.

MB: Wie kam es zur aktuellen Kooperation mit Ihnen und Frank Seehausen?

LD: Wir hatten das große Glück, aus dem großen Archiv Sigrid Neuberts eine repräsentative Auswahl zusammenstellen zu können, die wir in unsere Sammlung übernehmen durften. Da bot sich natürlich eine Ausstellung an, die ihr Gesamtwerk in der Natur- und Architekturfotografie umfasst. Wir haben die Ausstellung dann gemeinsam konzipiert, für die Natur war ich vor allem zuständig, für die Architektur Frank Seehausen, der auch das Buch über Sigrid Neuberts Architekturfotografie verfasst hat, das anlässlich der Ausstellung in Kürze bei Hirmer erscheinen wird.

MB: Die aktuelle Ausstellung zu Arbeiten von Sigrid Neubert in vier Stichpunkten zusammengefasst?

FS: Die Architekturfotografie zeigen wir in vier thematischen Kapiteln als Kern von Neuberts Lebenswerk, mit vielfältigen Bezügen zur ihren freien Arbeiten. Damit sollen die Besucher angeregt werden, selber auf die Suche nach Standpunkten, Motiven, Ähnlichkeiten und Unterschieden zu gehen. Durch Archivalien und vor allem durch Architekturzeichnungen wird der Dialog zwischen der Fotografin und den Architekten nachvollziehbar.

LD: Für die Naturfotografie sind für mich zwei Aspekte wichtig: Sigrid Neubert hat hier die Fotografie sowohl als Ausdrucksmedium von Gefühlszuständen wie auch als Medium für die Entwicklung einer ganz eigenen Formensprache eingesetzt, und das steht in einem sehr lehrreichen Kontrast zueinander.

MB: Wie sehen Sie das Verhältnis der Architekturfotografie Sigrid Neuberts in Bezug auf das Neue Sehen? Dem Pressetext entnehmen wir zudem einen Verweis auf die amerikanische Fotografie der 50er Jahre …

FS: In der Architekturfotografie hat Neubert sich zunehmend von den US-amerikanischen Einflüssen der 1950er Jahre gelöst und sukzessive einen eigenen formalen und inhaltlichen Ansatz entwickelt, indem sie nicht nur die Plastizität der Baukörper sorgfältig herausarbeitete, sondern auch das Zusammenspiel der Bauten mit der Umgebung und den Bewohnern. Zum Vergleich zeigen wir auch Aufnahmen von Julius Shulman, der Neubert in den 1950er Jahren beeinflusst hat.

MB: Architekturfotografie kann sehr aufwendig sein. Mit welcher Technik arbeitete Sigrid Neubert? Wurde sie regelmäßig von einem Team begleitet?

FS: Neubert arbeitete meistens alleine und nutzte dabei nur wenige technische Hilfsmittel. Über 30 Jahre lang setzte sie eine Laufbodenkamera ein und fotografierte bis in die 1970er Jahre am liebsten in Schwarz-Weiß auf 9×12 Glasnegativen. Das ermöglichte besonders kontrastreiche Aufnahmen in perfekter technischer Qualität. Diese für ihre Arbeit so charakteristischen harten Kontraste waren aber nicht nur Stilmittel, sondern glichen auch die schlechte Druckqualität so mancher Architekturzeitschrift aus. Sigrid Neubert war es besonders wichtig, mit den Bauwerken, die sie gewissermaßen als Stellvertreter der Persönlichkeit des jeweiligen Architekten auffasste, in einen intensiven Dialog zu treten.

MB: die aktuelle Ausstellung beinhaltet gleichfalls Landschaftsfotografie – stimmungsvolle Interpretationen derselben – auf die sich die Künstlerin in den letzten Jahrzehnten konzentriert hat. Wie erklären sie Ihre Hinwendung zur Natur?

LD: Nach langen Jahren der Auftragsarbeit für Architekten und Zeitschriften hat sich Sigrid Neubert hier ihr ganz eigenes Feld künstlerischer Wirkung geschaffen. Sie hat dabei immer in Werkblöcken gearbeitet, manche Themen jahrzehntelang verfolgt. Dies zeigt, wie intensiv sie über das Medium Fotografie und seine Möglichkeiten nachgedacht hat.

MB: Last but not least zu Ihnen, den beiden Kuratoren der Ausstellung: was für Fotografie hängt in Ihrem Wohnzimmer?

LD: Ein Leuchtkasten mit einem Schwarzweiß-Foto von Reiner Leist mit einem Blick in das Hochhausgewirr New Yorks.

FS: Ein Architekturfoto von Franz Lazi aus Stuttgart von 1950.

Fotos: © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Sigrid Neubert

Ausstellungsinfo

GoArt! Fotografie Touren

Weniger ist mehr – New Yorks Armory Show 2018

March 15, 2018

Die diesjährige Armory Show präsentierte sich mit sehr einladendem und übersichtlichem Layout und etwas weniger Galerien als in den Vorjahren. Das professionell-gastfreundliche Handling von Einladungen für Fachpublikum und Sammler, ansprechende Stand-Architektur mit ausreichend Zwischenräumen für skulpturale Arbeiten sowie perfektes Licht-Setting und helle Böden bis hin zu zentral positionierten Bars und Lounges machten die wichtigste New Yorker Kunstmesse zu einem photogenen und stimulierenden Event.

Wie die Frieze und die Art Basel ist die Armory Show vor allem eine Verkaufsausstellung, ohne Anspruch einer Übersicht sämtlicher zeitgenössischer Kunsttrends. Zugleich erhielt der Besucher einen Eindruck von den anspruchsvollen Must Haves der nächsten Saison. So wurden auf der einen Seite extrem hochwertige moderne Werke der 50er bis 70er Jahre angeboten, unter ihnen kleinformatige Gerhard Richter Gemälde (je über 600.000 Dollar), Cy Twombly’s, eine große Nam Jun Paik Installation bei Gagosian und schöne David Hockney’s, die nicht nur Sammler- Herzen höher schlagen ließen.

Einige Galerien warteten zudem mit gut kuratiertem Stand Design auf, so etwa Wetterling aus Stockholm (u.a. mit Arbeiten von Jim Dine, Foto links), New Yorker Marianne Boesky (mit Arbeiten von Hannah van Bart and Hans Op de Beek) oder die Mizuma Art Galerie aus Tokyo (Installationen des Japanisch –Australischen Paares Ken + Julia Yonetani, Foto oben).

Zum anderen und auch ohne ganzheitlichen Anspruch auf einen allumfassende Übersicht globaler Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst, präsentierten die kuratierten Shows der Messe Fokus und Platform/The Contigent spannende aktuelle Positionen vor politisch und kulturellem Hintergrund. Spektakulär war das von der Armory Show, den Deitch Projects und Artsy präsentierte und auf einer der Fassaden der Messhalle installierte Foto-Mural des bekannten französischen Street Art Künstlers JR (Foto rechts). Gegenüber der Ellis Island, die von 1892 bis 1954 rund 12 Millionen Migranten und Flüchtlinge durchlaufen mussten, zeigt JR seine kürzlich in syrischen Flüchtlingslagern geschossenen Aufnahmen im Stil der Archiv-Fotos des Museum of Immigration der Ellis Island.

Eine weitere sehr schöne auffällige Arbeit war Cry Havoc der jungen südafrikanischen Künstlerin Mary Sibande (Galerie MOMO aus Johannisburg und Kapstadt, Foto links), die sich mit überkochender Wut diskriminierter Frauen beschäftigt. Last but not least und eine zumindest aus europäischer Sicht Entdeckung in der Abteilung Focus waren die aussagestarken Collagen, Textilbilder und Prints der 1938 in the USA geborenen Afro-Amerikanerin Emma Amos (Ryan Lee Gallery, New York), die sich sei jeher mit Gender, rassischen und geographischen Gesichtspunkten auseinandersetzt.

 

Art Consulting

J.R. Foto: Teddy Wolff, courtesy of The Armory Show

Andere Fotos: courtesy of GoArt! Berlin

Art Night mit Tracey Snelling

February 13, 2018

Miriams Künstlerauswahl des Monats

Tracey Snelling ist eine U.S. amerikanische zeitgenössische Multimedia Künstlerin. Sie wurde 1970 in Oakland (Kalifornien) geboren und hat Bildende Kunst an der University of New Mexico studiert. Ihre Environments spiegeln häufig das Verhältnis von Architektur und deren soziologischer Kontextualisierung wider. Sie bestehen aus teils lebensgroßen, teils miniaturhaften architektonischen ‚Skulpturen’, die mit Videos bzw. Performances bespielt werden und dem Betrachter einen voyeuristischen Blick in die dort angesiedelte Nachbarschaft gestattet. Snellings aktuelle Arbeit ist während ihres noch bis zum April 2018 andauernden Stipendiums im renommierten Künstlerhaus Bethanien entstanden, in Kreuzberg in Kottbusser Tor Nähe gelegen. Die Künstlerin hatte u.a. Ausstellungen im MAD New York, im Palazzo Reale in Mailand und dem Königlichen Museum der Schönen Künste Belgien. Im Jahr 2015 erhielt sie den Preis der Joan Mitchell Foundation für Maler und Bildhauer. Miriam Bers traf Tracey Snelling zu einer Art Night in ihrem Kreuzberger Atelier.

MB: Du lebst seit fast einem Jahr in Berlin. Bist Du hier angekommen, fühlst Dich zugehörig, als Teil der Stadt?

TS: Das erste Mal in Berlin war ich im Februar 2016 – dort blieb ich sieben Monate und ging zurück nach Oakland. Als ich dort ankam, wurde mir klar, dass ich nach Berlin gehöre. Im April 2017 bin ich erneut nach Berlin gereist, um mit dem Historischen Museum in Frankfurt eine skulpturale Auftragsarbeit zu realisieren und Berlin noch besser kennenzulernen. Ich fühle mich hier integriert. Es fühlt sich einerseits an wie ein Zuhause, gleichzeitig ist alles aufregend und neu für mich. Berlin bedeutet Freiheit. Hier kannst du sein, wer du wirklich bist, und niemand schaut dich komisch an. Berliner sind einiges gewohnt und deshalb gelassener was das anders Sein angeht.

MB: In Deiner aktuellen Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien, insbesondere den in Lebensgröße arrangierten fast romantisch anmutenden ‘Living Room’ und ‘Bedroom’ sind Wrestler, eine Punk Band und Du, die tätowiert wird die Protagonisten der Life-Performance. Hier kommt mir Nan Goldin in den Sinn. Oder ist Deine Arbeit vielmehr eine konzeptuelle, eine Art sympathisierender Vereinnahmung von mehr oder weniger marginalisierten Gruppen? Die Vorlagen Deiner Archiktekturskulpturen sind Sozialbauten am Kottbusser Tor.

TS: Viele der Raumkontexte, Objekte und Performances sind Referenzen aus meinem Leben; viele stammen noch aus meiner Jugendzeit. Ich habe die Band Hertzangst letztes Jahr zum ersten Mal in Wedding spielen hören – der Schlagzeuger ist ein Freund von mir. Ich liebte sie von Beginn an und hatte sofort ein Bild in meinem Kopf, wie sie in einer meiner Installationen auftreten. Was das Tattoo betrifft, habe ich zwar schon drei, aber ich wollte bereits seit einiger Zeit ein Tigertattoo haben. Den Tätowierer kenne ich von einer früheren Residency im ZKU in Berlin. Ich mache Muay Thai Kickboxen und habe den Sport in der Eröffnungsnacht sowie den abendlichen Aufführungen aufgegriffen. Die Räume stellen eine Hommage an meine Vergangenheit dar, meine Gegenwart und auch meine Fantasien.

 

MB: Wie bist Du zu Deiner künstlerischen Sprache gelangt? Und wie versteht man das Verhältnis zwischen kleinformatigen Wohnhausmodellen und lebensgroßen Räumen in Deinen Installationen?

TS: Ich habe als Fotografin angefangen und immer mit dem Mix von Medien gespielt. Dann produzierte ich eine Reihe von Collagen, eine trug den Namen 1881 Chestnut Stree. Hierbei handelt es sich um ein Backstein-Apartment-Gebäude, bei dem die Vorderwand fehlt, sodass alle Zimmer zu sehen sind. Dieses Haus lieferte mir die Idee dazu, ein Miniatur-Haus zu bauen, das collagiert wurde. Von hier aus wuchs die Arbeit organisch weiter und wurde 2004 um ein Video erweitert. Der Größenunterschied ist sehr interessant für mich. Die Maßstabsverschiebungen zeigen, wie sich die Realität aufgrund ihrer Wahrnehmung ständig verändert.

MB: Was hast Du für Gewohnheiten, lebst Du hier in Berlin so wie in Oakland, Deiner Heimatstadt?

TS: Hier bin ich mehr unterwegs! Es fühlt sich viel einfacher an, hier in der Stadt herumzukommen. In Oakland fühlt es sich oft an wie eine Wanderung zur Nacht der Eröffnungen nach San Francisco. Hier gibt es so viel zu unternehmen!

MB: Welche Orte magst Du besonders in Berlin? Hast Du ein Lieblingsrestaurant, eine coole Bar, die Du abends besuchst? Oder kochst Du selbst?

TS: Berlin ist im Sommer natürlich am schönsten. Als ich 2016 im Wedding lebte, fuhr ich sonntagmorgens mit dem Fahrrad zum Mauerpark, aß etwas, shoppte ein bisschen auf dem Flohmarkt und fuhr zurück in mein Studio, um zu arbeiten. Ich mag den Humboldthain Park, die verrückten kleinen Läden in der Karl-Marx-Straße, den türkischen Markt in der Nähe des Bethanien. Ich liebe das türkische Essen hier – so viel Auswahl. Ich bekomme nie genug von Lamm Kebab.

MB: Welches sind Deine Pläne für die Zeit nach dem Stipendium?

TS: Ich nehme bald an einer einmonatigen Residency in New Orleans teil, dann folgt eine Ausstellung zu Hause – dort werde ich Familie und Freunde besuchen und im Anschluss kehre ich zurück nach Berlin.

MB: Vielen Dank für das tolle Künstlerinterview, Tracey!

Tracey Snelling

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